Boxsport

Der Boxport

Der Ursprung des „Faustkampfes“ ist schon Jahrtausende alt. In einem 7000 Jahre alten sumerischen Tempel fand man bereits die Darstellung boxender Männer. Bei den Ägyptern war der Boxkampf vor 5000 Jahren bereits Tradition. In China pflegte man die verwandte Art, das chinesische Boxen – „Kung-Fu“.

In der griechischen Antike wird der Boxsport seit 688 v. Chr. ausgeübt. Beschrieben wird der Faustkampf (Pygme) in Homers "Ilias". Rhodos war eine Hochburg in der Antike. Auf Grund von Traditionen und Tabus gleicht das Boxen einer Zeremonie. In hohem Masse ritualisiert, beherrscht von Regeln, wird der Boxsport in einem erhöhtem von Seilen umspannten quadratischem Podest ausgetragen. Aus erfolgreichen Boxern werden Helden, aus ihren Siegen Mythen, aus ihrem Leben Legenden. Eine leidenschaftliche Stilisierung des Kampfes auf Leben und Tod, für den zwei Athleten in den Ring steigen, den nur einer als Sieger verlässt.

Schon immer hat der Boxsport Künstler fasziniert. Bildhauer, Schriftsteller, Photographen, Filmregisseure und Schauspieler. In seinen intensivsten Momenten ist der Boxsport ein ungebrochenes Bild des Lebens. Immer die Spannung der Schlagkraft, des Mutes, der Verzweiflung, der Verletzlichkeit und der Schönheit. Es gibt zwei gewichtige Ströme, die Profis und die Amateure. Ein breites Publikum kennt nur den Profisport vom Fernsehen her. Doch grosse Kämpfe werden von allen Altersklassen und allen sozialen Schichten am Ort oder am Bildschirm mit erlebt.

Heute unterliegt der Amateurboxsport den strengen nationalen und internationalen Kampfregeln. Mit der Einführung des Kopfschutzes für Amateure (AIBA Beschluss 1986) und der neuen Handschuhe (10 Unzen), wurde der Schutz der Athleten enorm verbessert. Die neue Kampfdauer, 4 x 2 Minuten (seit 1998) hat weitere Impulse gegeben. An Olympischen Spielen wird vom ersten bis zum letzten Tag um die Medaillen gekämpft.

Die modernen Regeln und Techniken entwickelten sich erst im 18. Jahrhundert in England. Als "Vater des Boxens" wird der Engländer James Figg bezeichnet, der 1719 den ersten britischen Meistertitel gewann und ihn bis 1734 mehrmals erfolgreich verteidigte. Der Brite, der an der Oxford Road eine Schaubude besaß, gründete auch 1720 die erste Boxschule in England. Nächster Pionier war Jack Broughten, der einen Schüler von Friggs besiegen konnte. Dieser entwickelte bereits spezielle Abwehrtechniken und erstellte auch 1743 das erste Regelwerk, das bis 1838 Bestand hatte. Broughten gilt auch als Erfinder der Boxhandschuhe, die er allerdings nur zum Training verwendete.

Die Boxhandschuhe als Wettkampfkleidung führte 1867 der Marquess von Queensberry in seinen "Regeln für das Boxen mit Handschuhen" ein. Die Regeln wurden immer mehr zur Sicherheit der Athleten verbessert und 1904 in St. Louis traten die Boxer erstmals wieder zu den Olympischen Spielen an.

Durch die Einführung neuer Medien wurde der Boxsport einer großen Menge zugänglich gemacht. Millionen Menschen saßen gespannt vor dem Radio und hörten wie Max Schmeling gegen Joe Louis boxte. Für den "Thrilla in Manilla", in dem Muhammad Ali Joe Frazier besiegte, standen Millionen Zuschauer sogar nachts auf und fieberten vor dem Fernseher mit. Nunmehr eröffnet das Internet dem Boxsport neue Chancen, welche für die kommende Zeit noch gar nicht genau absehbar sind. Eines steht jedoch fest: Egal wieviel Millionen Zuschauer einem Boxkampf beiwohnen, die Sportler selbst sind im Boxring auch in Zukunft immer allein ihren eigenen Fähigkeiten ausgesetzt.

Die Boxer werden bei aller Härte dazu erzogen, sich während und nach dem Kampf sportlich und fair zu verhalten. Der disziplinierte Umgang mit sich selbst ist eine der wichtigsten Eigenschaften, die einen erfolgreichen Boxer ausmachen. Der Boxsport trägt ganz speziell dazu bei, dass junge Menschen kontrolliert Aggressionen abbauen, vor allem während des Kampfes. Dies führt häufig zu der für Aussenstehende paradoxen Situation, dass sich die Boxer nach einem hart geführten Kampf spontan umarmen.

Der Boxsport fasziniert Anhänger und Gegner, es wird immer Diskussionen über diese Sportart geben.


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