LZ West vor der Cupverteidigung

LZ West vor der Cupverteidigung

Fünf Niederlagen hagelte es in Dornbirn für eine Baden-Württemberg-Auswahl, die rot-weiß-roten Boxer können nach einem 8:8 wieder den Bodensee-Cup holen.

Auswahl BW vs. LZ West

Fünf Siege in den sechs Wertungskämpfen des Bodensee-Cups standen  nur einer Niederlage gegenüber – und dennoch holten die Boxer des Leistungszentrums West, das wie immer tatkräftig aus Wien unterstützt wurde, nur ein 8:8. Des Rätsels Lösung: Dornbirns Trainer Toni Schrott, der sich seit Beginn des länderübergreifenden Wettbewerbs mit Langenargens Coach Thomas Schuler Streitgespräche liefert, überraschte nach dem letzten Gong alle Beteiligten: „Da zwei Boxer von uns das geforderte Gewicht nicht gebracht haben, ging der Vergleich eigentlich 8:8 aus“, so der Verantwortliche des LZ West, dem mit seiner Staffel der zweite Triumph fast nicht mehr zu nehmen ist.

 

Dagegen ist das Boxteam Langenargen, das wieder von Faustkämpfern des Baden-Württembergischen Boxverbands (BVBW) verstärkt wurde, bereits aus dem Rennen. Der Cupsieger von 2016 trat immerhin mit zwei eigenen Akteuren an, einzig Kushtrim Mahmuti jedoch sorgte gegen den ehemaligen österreichischen Meister Kito Feriz (Salzburg) für einen Sieg im Ring. Dornbirns Meistermacher Toni Schrott musste nicht nur auf den erkrankten Lokalmatador Muchammad Deshen verzichten, auch Publikumsliebling Hassan Salami war nicht im Einsatz, da die Verantwortlichen des BVBW keinen Gegner für die rot-weiß-rote Schwergewichtshoffnung auftreiben konnten.

 

11:7 für die Gastgeber hätte das Endergebnis in der mit über 300 Boxfans gut besuchten Schorenhalle eigentlich lauten sollen, doch Kito Feriz und auch der viermalige Österreichische Meister Dschamalai Mezhidov aus Wien überschritten das Gewichtslimit ihrer Gewichtsklassen. Somit stand es nach dem Wiegen 6:4 für die Gäste. Feriz (der sowieso verlor) und Mezhidov konnten somit auch keinen Siegpunkt mehr beisteuern. Die Zuschauer wussten von all dem nichts, doch entschädigt wurden sie mit Kämpfen auf einem hohen boxerischen und kämpferischen Niveau. So gab es während des Duells Mahmuti gegen Feriz einige Male Szenenapplaus.

 

Pascal Stern, verantwortlicher Landestrainer des BVBW, fand jedoch einen Makel. „In zwei Kämpfen wurde der falsche Sieger ausgerufen. Aber in Österreich ist es fast unmöglich, nach Punkten zu gewinnen“, so der Aalener angefressen. Der vierfache Landesmeister Rudolf Hoffmann (Heidelberg) gegen Mezhidov sowie David Grönig (Villingen-Schwenningen) gegen Shakeb Waziri (Innsbruck) sah Stern als Sieger, Leon Ferle (VS) gegen Malik Bairamov (Salzburg) und Marcel Mahmoud Kouka (Lindenberg) gegen den um einen Kopf größeren Leon Onica (Salzburg) zogen zurecht den kürzeren. Wie auch der Lindauer Secho Ayküz, der einen beherzten Kampf gegen Dzhabrail Elsanov bot. Der Wiener kletterte mit der Empfehlung von 17 Siegen in 18 Kämpfen in den Ring.

 

„Das waren geile Kämpfe, vor allem der letzte (Mahmuti-Feriz; Anmerk.). Die Urteile gingen in Ordnung, es saßen auch zwei Kampfrichter des BVBW am Ring“, meinte BC-Dornbirn-Obmann Ivan Obradovic augenzwinkernd zu der Feststellung Pascal Sterns. Eigene Boxer durfte Obradovic vor den sechs Wertungskämpfen, die sich ausnahmslos in den leichteren Gewichtsklassen bis dem Weltergewicht abspielten, verfolgen. So standen sich zum Auftakt des Boxabends Sefa Bayraktar aus Dornbirn und der Bludenzer Alexander Gabl gegenüber. Die Schwergewichtler schenkten sich nichts, wie auch Dornbirns Schwergewicht Ruslan Fayzayf und Rocky Bacic (BVBW), der trotz lediglich sieben Kämpfen bereits drei Mal Landesmeister der C-Kategorie (bis zu sechs Siegen) war. Doch Fayzayf gewann wie zuvor Gabl und dürfte wie die Vereinskameraden Adam Ibrahim und Muchammad Deshen mit guten Chancen zu den österreichischen Nachwuchsmeisterschaften Mitte Mai fahren.

 

Auf Deshen angesprochen, verfinsterte sich die Miene Toni Schrotts an diesem Abend doch noch. Der Zwei-Sterne-Trainer des Weltverbands AIBA fährt Mitte April als Cheftrainer zu den U-19-Europameisterschaften nach Roseto Degli Abruzzi/Italien. Als Athleten sind Marcel Meinl (Wien), Artan Rumpler (Wr. Neustadt) und Ahmed Hagag (Braunau) nominiert. „Normalerweise wäre unser Mann gefahren. Muchammad Deshen ist jetzt fünf Jahre hier und wartet noch immer auf die österreichische Staatsbürgerschaft, das kann ich nicht nachvollziehen“, so Schrott, der mit Deshen den nächsten großen Auftritt vor heimischem Publikum Anfang Mai hat. Am 5. Mai tritt eine türkische Auswahl in der Schorenhalle gegen eine österreichische an. Noch zuvor können die Langenargener Schützenhilfe leisten: wenn sie am 14. April in Arbon gegen die Schweiz gewinnen, ist das LZ West vorzeitig wieder Cupsieger.

 

 

Tabelle 3. Bodensee-Cup nach vier Kampftagen:

  1. LZ West 3 28:23 5

  2. BG Ostschweiz 2 17:19 2

  3. Team BVBW 3 24:27 1

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